News
Größtes Druckkammersystem Europas im Pasteur II Hospital in Nizza
Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme des neuen Druckkammersystems HAUX-STARMED-QUADRO 3000-2200/3,3/SC4 +6,6/SC2 im Pasteur II Hospital in Nizza setzt HAUX-LIFE-SUPPORT einen neuen Maßstab in der hyperbaren Medizin. Das im Juni 2022 gestartete Projekt erreichte nach einer intensiven Planungs- und Fertigungsphase im August 2025 seinen Abschluss.
Technische Spezifikationen
Das neue Druckkammersystem besteht aus einem HAUX-QUADRO-System mit drei Hauptkammern und drei Vorkammern. Das gesamte System hat ein Gewicht von knapp 200 Tonnen. Es handelt sich um eines der leistungsfähigsten und größten Systeme, das bisher realisiert wurde.
Die Kammern sind wie folgt aufgebaut:
- Kammer 1: 7 Personen in der Hauptkammer, 3 Personen in der Vorkammer
- Kammer 2: 13 Personen in der Hauptkammer, 3 Personen in der Vorkammer
- Kammer 3: 13 Personen in der Hauptkammer, 2 Personen in der Vorkammer
Insgesamt können bis zu 41 Personen die Kammern gleichzeitig nutzen, davon können 30 Patienten zeitgleich behandelt werden – ein herausragender Wert im internationalen Vergleich.
Eine Kammer inklusive ihrer Vorkammer ist für einen Betriebsdruck von bis zu 5,6 bar Überdruck ausgelegt und ermöglicht damit insbesondere die Behandlung schwerer Tauchunfälle. Die übrigen Kammern arbeiten mit einem Betriebsdruck von bis zu 3,3 bar, was sie für vielfältige Anwendungen in der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBOT) qualifiziert.
Innovative Lösungen für Sicherheit, Komfort und Flexibilität
Die Anlage bietet zahlreiche kundenindividuelle Anpassungen und Komfortmerkmale. Dazu zählen:
- Ein umfangreiches Patienten-Entertainmentsystem mit Netzwerkanschluss
- Platz für bis zu 8 Patientenbetten
- Drei kundenspezifisch konfigurierte Gase, die an jedem Behandlungsplatz individuell wählbar sind
- Schraubbare Schleusenmodule, die flexible Übergaben während des laufenden Betriebs ermöglichen
Ein weiteres technisches Highlight: Die Kammern wurden modular konstruiert und für Transport und Einbringung in einzelne Sektionen zerlegt – eine logistische Herausforderung, die nur durch die enge Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten möglich wurde.
Medizinische Einbindung und strategische Bedeutung
Die neue Anlage wird künftig ein Bestandteil der Notaufnahme des Pasteur II Hospitals sein. Neben der Standardversorgung in der HBOT bietet das System durch seinen Hochdruckbereich ideale Voraussetzungen für die Behandlung von Dekompressionserkrankungen und schweren Tauchunfällen.
Darüber hinaus wird die Anlage für Forschungs- und Testzwecke genutzt – ein klares Bekenntnis des Krankenhauses zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung der hyperbaren Sauerstofftherapie.
Gegenüber der bisherigen Einrichtung vor Ort überzeugt die neue Lösung durch ein deutlich erweitertes Platzangebot, gesteigerter Patientenkomfort und eine große Behandlungsflexibilität.
Komplexe Einbringung des Kammersystem im Hospital
Eine besondere Herausforderung stellte die Einbringung des Kammersystems dar. Aufgrund der baulichen Infrastruktur des Klinikums war eine konventionelle Anlieferung nicht möglich.
Die Kammern wurden deshalb per Kran auf das Gelände transportiert. Ein spezielles Einbringungsfahrzeug übernahm anschließend den Weitertransport auf einem engen, ansteigenden Weg bis zur finalen Position am Gebäude. An dieser logistischen Meisterleistung waren neben einem Transportunternehmen vier weitere Partner beteiligt.
Die eindrucksvolle Einbringung sowie die technische Bedeutung des Projekts wurden auch medial begleitet. Ein regionaler französischer Fernsehsender berichtete in einem Kurzbeitrag über das neue Druckkammersystem.
Entwicklung und Projektkoordination aus einer Hand
HAUX-LIFE-SUPPORT übernahm bei diesem Projekt das komplette Projektengineering und die organisatorische Gesamtverantwortung – von der ersten Planung über die Fertigung bis hin zur Inbetriebnahme und Abnahme durch den Kunden. Insbesondere die Dimensionen der Anlage und die komplexe Einbringung erforderten eine präzise und interdisziplinäre Projektsteuerung. Der erfolgreiche Abschluss dieses Projekts zeigt: Komplexe Herausforderungen lassen sich durch professionelle Planung, innovative Technik und enge Zusammenarbeit bewältigen.